Lympha ist ein 16-stimmiges Max-for-Live-Instrument, das mit Druck gespielt werden will, nicht bloß ausgelöst. Es ist um das Expressive E Osmose herum entstanden und wurde damit erprobt. Es folgt dem MPE-Standard, sodass auch andere MPE-Controller funktionieren sollten; gewöhnliche Keyboards werden ebenfalls unterstützt.
Jede Note ist eine virtuelle Saite, gesehen als 32 langsame Moden, eine je Oberton. Gleichmäßiger Druck ergibt einen stillen, reinen Ton. Jede schnelle Geste — ein rascher Druckwechsel, der erste Anschlag, ein seitliches Wackeln der Taste — hinterlässt Wellen, die von selbst weiterschwingen, jeder Oberton in seinem eigenen Tempo, und langsam verklingen. Lässt man eine Taste schnell los, bleibt die Saite, wo sie war, und klingt weiter. Der stille Teil sitzt in der Mitte des Stereobilds; die Wellen bewegen sich um ihn herum.
Kostenlos. Ein 27 KB großes Zip mit dem Device, vier Presets und der Readme. Für Ableton Live 12 mit Max for Live, unter macOS.
Voraussetzungen
- Ableton Live 12 mit Max for Live (in Live Suite enthalten).
- Erstellt und getestet mit Live 12.4.6 (Max 9.1.5) unter macOS auf Apple Silicon. Nicht getestet unter Windows, mit Live 11 oder auf Push im Standalone-Modus.
- Keine externen Objekte oder zusätzlichen Dateien nötig: Das Device ist eine einzige .amxd-Datei.
Installation
- Kopiere Lympha.amxd in deine User Library, in den Ordner Max for Live Devices.
- Lege in der User Library den Ordner Presets / Instruments / Max Instrument / Lympha an und kopiere die vier .adv-Dateien hinein. Die Presets erscheinen dann unter Lympha.amxd im Browser von Live.
Die Presets suchen das Device in Max for Live Devices innerhalb der User Library, deshalb zählt der erste Schritt. Wo deine User Library liegt, zeigen die Einstellungen von Live auf der Seite Library.
Spielen
Mit einem MPE-Controller, nachdem MPE für seinen Eingang in den MIDI-Einstellungen von Live aktiviert wurde:
- Druck
- bestimmt den Pegel und öffnet das Spektrum. Langsamer Druck ist glatt; schnelle Wechsel hinterlassen Wellen.
- Anschlag
- die Velocity zupft die Saite.
- Slide
- CC74 — am Osmose die Aftertouch-Zone — holt den Halo hervor: einen einzelnen Oberton, der die Reihe entlangwandert, mit etwas Luft darum. Das Modulationsrad bewegt ihn ebenfalls.
- Seitwärts
- beugt die Tonhöhe und rührt die Saite auf.
- Pedal
- das Haltepedal hält die Noten.
Mit einem gewöhnlichen Keyboard oder eingezeichneten MIDI-Noten klingt eine gehaltene Note ohne eigenen Druck auf einem Pegel weiter, den ihre Velocity und der Regler Sustain festlegen. Channel- oder polyphoner Aftertouch hebt ihn weiter an.
Das kleine Licht neben „MIDI“ blinkt, sobald MIDI das Device erreicht.
Regler
String
- Bright
- spektrale Neigung: links dunkler und reiner, rechts mehr Obertöne.
- Flow
- wie schnell der erste Oberton nach einer Geste schwingt.
- Disperse
- wie sich die Schwinggeschwindigkeit nach oben durch die Obertöne verändert.
- Ripple
- wie viel Welle ein rascher Druckwechsel hinterlässt.
- Memory
- wie lange die Wellen anhalten, solange die Taste gehalten wird.
- Tail
- wie lange die Wellen nach dem Loslassen der Taste anhalten.
Gesture
- Strike
- wie stark der erste Anschlag die Saite zupft.
- Attack
- wie weich die Saite steigendem Druck folgt.
- Release
- wie weich die Saite nachlassendem Druck folgt.
- Curve
- Ansprache auf Druck.
- Dynamics
- wie stark Druck das Spektrum öffnet.
- Wiggle
- wie stark seitliche Bewegung die Saite aufrührt.
- Sustain
- Pegel gehaltener Noten ohne eigenen Druck.
Halo
- Halo
- Pegel des durch Slide hervorgeholten Obertons.
- Position
- Ausgangspunkt des Halos entlang der Obertonreihe.
- Focus
- wie eng der Halo einen einzelnen Oberton isoliert.
- From, To
- erster und letzter Oberton auf dem Weg des Halos.
- Breath
- Luftrauschen um den Halo-Oberton.
Air
- Wind
- fortwährendes zufälliges Aufrühren der Saite.
- Width
- Stereobreite der Wellen.
- Phase
- Charakter der Stereobewegung.
- Volume
- Ausgangslautstärke.
- Tune
- Feinstimmung in Cent.
- Note PB
- Pitch-Bend-Bereich pro Note in Halbtönen (Live sendet 48).
- Global PB
- Pitch-Bend-Bereich des Rads in Halbtönen.
Jeder Regler hat eine Beschreibung in der Info-Ansicht von Live. Alle Parameter lassen sich automatisieren, modulieren und zuweisen; auf Push sind sie in vier Bänken angeordnet: String, Gesture, Halo und Air.
Presets
Vier Presets liegen dem Device bei: Lympha, der Klang, mit dem es sich öffnet, dann Origin, Strange und Glaciers.
Hinweise
- Der Ausgang hat oberhalb von −4 dBFS ein Soft Knee und kann den Vollausschlag nicht überschreiten. Große, hart gespielte Akkorde erreichen ihn; für mehr Headroom Volume senken.
- Wind und Breath verwenden Rauschen, daher sind zwei Renderings desselben Clips nicht Sample für Sample identisch.